06.08.2018 - Finja Rosendahl gewinnt Gold bei der EM der Gehörlosen


 

Die diesjährige Europameisterschaft der Gehörlosen fand in der Slowakei, in Trencin, statt. Erstmalig seit nun 32 Jahren gab es neben dem Wettkampf O19 auch eine Europameisterschaft der Jugend. Dabei wurde Deutschland von der BV Mülheim Spielerin Finja Rosendahl vertreten.

Durch die Premiere der Jugendeuropameisterschaft war die Konkurrenz im Vorfeld sehr schwer einzuschätzen und man wollte von Spiel zu Spiel sehen, wie die Chancen zum Erreichen eines Treppchenplatzes stehen. Dabei musste die erst 14-Jährige sich auch mit Spielern messen, die bereits älter waren, da der Wettkampf bis U19 stattfand.

Finja erwischte in der Auslosung ein verhältnismäßig schweres Los. Das erste Spiel bestritt sie gegen die einzige spanische Vertreterin, welches Finja in zwei Sätzen gewinnen konnte. Die erste Aufregung war genommen und Finja spielte alle Spiele von Anfang bis Ende konzentriert, laufstark und mit großem Kampfgeist. So sicherte sie sich den Gruppensieg gegen eine türkische Gegnerin und die Russin Matviva. Der Sieg gegen die russische Konkurrenz war dabei besonders erfreulich, da die Russen bei der EM der Erwachsenen das Maß aller Dinge waren.

Finja spielte anschließend im Hauptfeld gegen eine weitere türkische Spielerin, gegen die sie in zwei Sätzen den Sieg holen konnte. Nun stand sie bereits im Viertelfinale und die Medaille war zum Greifen nahe. Gegen die Russin Ismagilova gelang eine weiterer souveräner Sieg, so dass sie nun im Halbfinale stand. Die Bronzemedaille war gesichert! Nun wollte sie aber mehr, Finja spielte im Halbfinale gegen die Ukrainerin Chernomorova stark auf und konnte auch hier siegen. Im Finale wartete erneut die Gruppengegnerin Matviva. Beflügelt von der bisher sehr guten Leistung spielte Finja auch im Finale ein ganz starkes Match und ließ ihrer Gegnerin keine Chance. Bei der ersten Jugendeuropameisterschaft konnte sie das Edelmetall nach Deutschland holen!

Danach begann die Europameisterschaft der Erwachsenen. Hier ging Finja Rosendahl im Einzel und im Mixed mit Routinier Oliver Witte an den Start. Dabei konnte Finja in ihrem ersten Spiel ihre Siegesserie fortsetzen. Im zweiten Spiel musste sie allerdings gegen die topgesetzte Katrin Neudolt ihre erste Niederlage einstecken.
Finja konnte im Folgenden zwei weitere Siege einfahren und stand damit im Viertelfinale. Sie musste nun gegen die an vier gesetzte Tiurina antreten. Finja spielte eine starke Partie und spielte ihr bestes Badminton, musste sich aber gegen die zu starke Russin geschlagen geben.

Im Mixed konnten Oliver und Finja alle Gruppenspiele souverän gewinnen. Im Achtfinale ging es gegen die eingespielte Paarung aus England, Caswell/Allen. Oliver und Finja konnten an ihre Leistungen aus den Einzeln und den Vorrundenspielen im Mixed anknüpfen und das Spiel für sich entscheiden. So gelang auch hier eine Viertelfinalteilnahme, die man gegen die an vier gesetzten Russen Rumyantsev/Khakimova bestritt. Wie auch in den Viertelfinalteilnahmen zuvor spielten Oliver und Finja eine gute Partie und konnten den Russen des Öfteren Schwierigkeiten machen. Dennoch musste man sich am Ende geschlagen geben, da die Russen in ihrer Qualität zu konstant waren.

Nach einem sehr erfolgreichen Turnier machte sich Finja mit einer Goldmedaille und zwei Viertelfinalteilnahmen auf den wohlverdienten Heimweg.

Autor: Julian Lohau
Foto: Stefan Rosendahl


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Veröffentlicht
19:30:00 06.08.2018